Hühnerfreilandhaltung Spreitzer
Bei den Ländereien von Matthias Spreitzer bietet sich vorbeikommenden Spaziergängern ein kurioser Anblick: Auf den Anhöhen stehen vier Hühnerställe auf Rädern. Es sind mobile Ställe, mit denen der Landwirt durch unkonventionelle Hühnerhaltung ein Zeichen gegen leidende Tiere in der Massenhaltung und für Nachhaltigkeit setzt.
Spezialisiert ist der Wustweiler Familienbetrieb auf die Hühnerwirtschaft. 2014 erwarb Matthias das erste Hühnermobil im gesamten Landkreis. Weitere folgten jeweils in den Jahren 2015, 2016 und 2018. Die mobilen Hühnerställe werden von auf dem Dach angebrachten Solarzellen gespeist und bieten den Hennen alles, was sie brauchen. Sie finden darin Schlafplätze, eine Wassertränke und Nester zum Legen. Im unteren „Stockwerk“ befindet sich ein Raum, in dem sie nach Lust und Laune scharren können. Da Hühner zum Eierlegen ungefähr 14 Stunden Licht benötigen, gehen um fünf Uhr morgens die Lampen an, um neun Uhr abends ist dann Zapfenstreich. Licht aus, Türen zu. Alle vier Wochen ziehen die Mobile einige Meter weiter und ein neues Freigehege wird abgesteckt. So kommen die Hühner regelmäßig an neues Grünfutter.
Zusätzlich zu der Arbeit mit den Hühnern bestellt Matthias zwölf Hektar Land. Das ist vergleichsweise relativ wenig, soll aber in Zukunft mehr werden, denn der Betrieb soll wachsen. Der Kartoffelanbau nimmt dabei mittlerweile gut fünf Hektar in Anspruch. Ein naturnaher und nachhaltiger Anbau steht dabei für Herrn Spreitzer klar im Vordergrund: ohne Einsatz von Glyphosat, ohne Einsatz von Schwermetallen und ohne Einsatz von anderen bienengefährlichen Mitteln. Angebaut wird neben den Kartoffeln auch reichlich Futter für die Hühner: Weizen, Triticale (ein Hybrid aus Roggen und Weizen) und eiweißreiche Futtererbsen. Ergänzend werden Mais und Soja zugekauft. Natürlich gentechnikfrei.
Im Mittelpunkt stehen aber die vielen Hühner, die die Ställe bevölkern. Etwa 1900 Hühner wohnen auf den Wustweiler Ländereien, wenn alle Hühnermobile besetzt sind. Der erste Eindruck, den die Hühner vermitteln, ist, dass sie höchst zufrieden sind. Fröhlich picken und scharren die Lohmann Browns – Hybrid-Legehennen – vor sich hin und bewegen sich frei zwischen ihrem großzügig abgesteckten Freigehege und dem Hühnermobil. Zufrieden können sie auch sein, denn ihr Bauer sorgt nicht nur für ausreichend Auslauf, sondern auch für ordentliche Futterportionen. Da kommt pro Stall und Monat mal gut und gerne eine Tonne Futter zusammen!
Mitten in der Natur legen die Hennene so gelassen und in Ruhe ihre Eier, die täglich eingesammelt werden und direkt in den Verkauf gehen. Pro Tag liegt die Ausbeute bei insgesamt ungefähr zwischen 1200 und 1400 Stück. Neben den täglich eingesammelten Eiern, die unter anderem auch der Herstellung von Frischeinudeln dienen, werden von Früh- bis Einkellerungskartoffeln zahlreiche Sorten vertrieben. Auch wenn die Ernte grundsätzlich maschinell erfolgt, müssen während der Erntephasen tonnenweise Kartoffeln von Hand bearbeitet und verpackt werden. In der „Eierbox“, der Hütte vor dem Haus der Spreitzers, kann man die Produkte direkt erwerben. Ihr Transportweg geht dabei gegen null. Saisonal bekommt der Kunde außerdem diverse Salate und Gemüsesorten aus eigenem Anbau.
Neben dem Direktverkauf in Wustweiler gibt es auch einen Verkauf in Hosterhof (Nähe Aldi): jeden Samstag von 8:00 - 13:00 Uhr (von Juli bis Oktober)
Kontakt
Adresse
Hühnerfreilandhaltung Spreitzer
Zum Storckelborn 8
66557 Illingen
Ansprechpartner
Herr Max Spreitzer