Von der Halde zum Erlebnisort
Erfahrt mehr über die Entwicklung im Erlebnisort Reden.
Mit dem Beschluss zur Beendigung des Bergbaus in Reden im Jahr 1997 begann ein tiefgreifender Wandel: Die RAG entwickelte ein umfassendes Konzept für Rückbau und Sanierung der ehemaligen Bergbauflächen. Bereits 2001 fiel auf politischer Ebene der Startschuss für das Strukturwandelprojekt Reden unter der Leitung der Industriekultur Saar GmbH (IKS).
Parallel zur bergbaulichen Sanierung entstand eine neue Vision für den Standort: die Transformation vom ehemaligen Bergwerk hin zu einem vielseitigen Erlebnisort. Gemeinsam mit Experten, Planern und regionalen Akteuren wurden in Workshops und einer Planerwerkstatt Ideen entwickelt, die die besondere Identität des Ortes bewahren und gleichzeitig neue Perspektiven eröffnen.
Im Fokus standen dabei die denkmalgeschützten Gebäude sowie die charakteristische Geländelandschaft. Ziel war es, einen einzigartigen Raum zu schaffen, der Industriegeschichte, Natur und moderne Nutzung miteinander verbindet. So entwickelte sich das Gelände zu einem attraktiven Standort für Freizeit, Tourismus und erneuerbare Energien, mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.
Heute, über zwei Jahrzehnte später, ist der Erlebnisort Reden ein etablierter Tourismusmagnet. Besucher erwartet eine gelungene Verbindung aus beeindruckender Industriekulisse, naturnaher Umgebung und einem vielfältigen Angebot an Veranstaltungen, Führungen und Freizeitmöglichkeiten.
Damals und Heute in Bildern
Die nachfolgende Galerie zeigt Aufnahmen des Erlebnisort Reden von 2013 und heute im Vergleich.
Die Halde und das Gelände der ehemaligen Grube Reden als Landschaftspark
In den Jahren der Planung und Realisierung entwickelt sich der „Erlebnisort Reden“ Schritt für Schritt zu einem vielseitigen Landschaftspark. Auf dem ehemaligen Bergbaugelände entstehen attraktive Ansiedlungsflächen, Bereiche für regenerative Energien sowie Räume für Kultur und Sport. So wächst ein Ort, der Natur, Technik und Freizeit auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
Zwischen 2002 und 2006 wird die notwendige Infrastruktur grundlegend erneuert und ausgebaut. Neue Kanalsysteme entstehen, ebenso ein autarkes Nahwärmenetz, das die Energie des rund 32°C warmen Grubenwassers nutzt. Parallel dazu wird der Baugrund verbessert und das Verkehrswegenetz neu strukturiert, um eine nachhaltige und zukunftsfähige Nutzung des Areals zu ermöglichen.
In den Jahren 2003 und 2004 beginnt die Projektierung und Umsetzung des sogenannten „Energiegartens“ auf dem Gelände des ehemaligen Absinkweihers. Hier entwickelt sich ein moderner Landschaftspark, der gezielt auf regenerative Energien setzt. Ein sichtbares Zeichen dafür ist unter anderem die Installation einer Photovoltaikanlage, die das Gelände zu einem Ort innovativer Energiegewinnung macht.
Aus einem einstigen Vorzeigeprojekt des Bergbaus entsteht so ein ökologisch orientiertes Zukunftsprojekt. Ein Raum im Wandel, der Geschichte bewahrt und zugleich neue Perspektiven eröffnet.
Zwischen 2007 und 2008 beginnt die Entwicklung des Erlebnisorts Reden mit der Umsetzung erster Besucherangebote. Ein Meilenstein ist die Eröffnung von GONDWANA – Das Praehistorium, das mit seinen lebensgroßen Dinosauriern schnell zum Publikumsmagneten wird. Auf eindrucksvolle Weise erzählt das Erlebnismuseum die Geschichte der Erde als spannende Reise für die ganze Familie. Parallel dazu zieht 2008 die geologische Sammlung des Saarlandes in das ehemalige Verwaltungsgebäude der Grube Reden ein. Das Zentrum für Biodokumentation präsentiert dort herausragende naturkundliche Exponate, von Reptilien über tropische Schmetterlinge bis hin zu beeindruckenden Skeletten.
In den Jahren 2009 und 2010 wird die markante Halde durch bergbauliche Maßnahmen neu modelliert. Aufbauend darauf entstehen durch die IKS attraktive Wege für Wanderer und Skater sowie großzügige Veranstaltungsflächen. Der rund 90 Meter hoch aufragende Haldengarten bleibt dabei bewusst weitgehend unberührt und bewahrt seinen ursprünglichen, wilden Charakter. Besucher genießen hier nicht nur weite Ausblicke über die Region, sondern auch entspannte Stunden im Biergarten von Alm Food. Sportlich Aktive finden auf dem vier Kilometer langen Freizeit- und Skaterweg ideale Bedingungen, während Ausflügler den Tafelberg bequem per Elektrofahrrad oder Mountainbike erklimmen können.
Seit 2009 zieht die jährlich stattfindende „SR 3-Sommer Alm“ mit Konzerten und Partys mehrere zehntausende Besucher aus dem gesamten Südwesten Deutschlands an und hat sich zu einem festen regionalen Großereignis entwickelt.
Ein weiterer Meilenstein folgt 2010 mit dem Beginn der Arbeiten am heute rund 29.000 Quadratmeter großen Wassergarten. Seit seiner Eröffnung im Juni 2012 bildet er den modernen landschaftsgestalterischen Höhepunkt der Anlage. Zwischen den imposanten Stahlgerüsten der ehemaligen Sieberei und Verladehallen entfaltet sich eine faszinierende Wasserlandschaft mit Seerosen, Sumpfzypressen und Binsen, die sich zu einem wichtigen ökologischen Baustein der Region entwickelt hat. Ergänzt wird das Angebot durch spannende Ausstellungen des Landesdenkmalamts im Zechengebäude zur Siedlungsgeschichte des Saarlandes.
In den Folgejahren wächst GONDWANA – Das Praehistorium stetig weiter: Die Ausstellungsfläche wird auf rund 10.000 Quadratmeter erweitert und umfasst inzwischen 21 beeindruckende Urzeitwelten, die ein immersives und unvergessliches Erlebnis bieten. Ein digitaler Rundgang über das Gelände des Erlebnisortes, Kunstobjekte sowie wechselnde Bilderausstellungen im Wassergarten bereichern das Angebot zusätzlich. Innovative Veranstaltungen sind heute fester Bestandteil des Erlebnisorts Reden.
Auch Natur- und Sportliebhaber kommen voll auf ihre Kosten: Die Redener Bergbaupfade laden zu abwechslungsreichen Wanderungen ein mit eindrucksvollen Waldpassagen und spektakulären Ausblicken von der Halde. Radfahrer entdecken auf der Route „Tour d’énergie“ die spannende Verbindung von Vergangenheit und Zukunft – vom Bergwerk Reden über den Itzenplitzer Weiher bis zur Grube Göttelborn. Auch Mountainbiker erleben sportliche Herausforderungen rund um den Erlebnisort Reden.