Die Geschichte
Am Erlebnisort Reden treffen Geschichte, Wandel und neue Perspektiven aufeinander. Besucher erhalten Einblicke in die Vergangenheit des ehemaligen Bergwerks Reden ebenso wie in seine heutige Bedeutung als eines der ambitioniertesten Strukturwandelprojekte Deutschlands. Das Areal, auf dem der Erlebnisort heute wächst und sich stetig weiterentwickelt, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Geprägt von Aufbruch und Erfolgen, aber auch von tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Veränderungen, erzählt Reden vom stetigen Werden und Wandel. Zu dieser Geschichte gehören ebenso herausfordernde Zeiten, Katastrophen und einschneidende Ereignisse, die Reden und die Menschen, die hier gearbeitet und gelebt haben, nachhaltig geprägt haben.
Der Wandel in reden
Der stärkste Einschnitt in der Redener Geschichte vollzog sich mit der endgültigen Schließung des Bergwerkbetriebs im Jahr 1997. Nachdem hier fast 150 Jahre lang Steinkohle abgebaut, erfolgreich gewirtschaftet und der Standort Reden als Vorzeigebergwerk ausgebaut, optimiert, mehrfach fusioniert und schließlich in ein Verwaltungszentrum für den Bergbau im Revier umgewandelt worden war, konnte er dem Druck des globalen Wettbewerbs letztlich nicht mehr standhalten. Reden war und ist dennoch ein Symbol für Unternehmungsgeist und die geglückte Umsetzung fortschrittlicher Vorhaben. Um einen der wichtigsten Energieträger der Moderne zu gewinnen und wachsenden Wohlstand zu ermöglichen, haben an diesem Ort viele Menschen über eineinhalb Jahrhunderte ihre Arbeitskraft, ihre Ideen und Energie investiert. Das ist die Tradition, auf die wir auch jetzt, im Rahmen des Strukturwandelprojektes, bauen. Ganz zeitgemäß geht es heute dabei um den Ausbau erneuerbarer Energien – und das „Aufladen der eigenen Batterien“ steht bei den spannenden und entspannenden Freizeitangeboten am Erlebnisort Reden längst im Vordergrund.
Ereignisse im 20. Jahrhundert
1915 - Anschlag des Doppelschachtes Reden V.
1935 bis 1939 - Beträchtliche Investitionen in den Über- und Untertagebetrieb.
Unter anderem wird Reden V bis auf 936 Meter abgeteuft. Rutschen, Steg- und Gummiförderer werden eingesetzt und der Holzausbau wird durch eiserne Stempel ersetzt. Das Gleissystem wird erneuert, die Wetterführung verbessert und die Schachtanlage Itzenplitz unter Tage an das Redener Grubengebäude angeschlossen. Gleichzeitig werden eine neue Aufbereitungsanlage für Fett- und Flammkohle errichtet und ein neues Zechenhaus mit Waschkaue erbaut.
1940 - Nach Abschluss der Arbeiten wird die Schachtanlage Itzenplitz als Förderstandort stillgelegt. Reden V wird zentraler Förderschacht.
1941 - Eine neue Kokerei wird in Betrieb genommen. Reden ist zur modernsten Schachtanlage des Saarreviers geworden.
1947 bis 1954 - Zunehmende Mechanisierung untertage.
1949 - Aufstellung eines neuen großen Fördergerüstes über Schacht Reden V.
ab 1958 - Umstrukturierungsmaßnahmen für den Saarbergbau mit umwälzenden Veränderungen.
1960 - Die Belegschaft auf Reden wird von 6.146 auf 3.134 Mann reduziert. Die Förderung geht um fast die Hälfte zurück.
1964 - Zusammenlegung der Gruben Reden und Maybach zu einer Verbundanlage mit Förderstandort Reden nach einem Beschluss der Saarbergwerke AG.
1968 bis 1980 - Reden vereinigt als Zentralschachtanlage insgesamt zehn ehemals selbstständige Betriebseinheiten an sieben Standorten auf sich. Innerbetrieblich werden Rationalisierungsmaßnahmen umgesetzt.
Die jährliche Fördermenge wird von 7,23 Millionen Tonnen auf 1,65 Millionen Tonnen zurückgefahren und die Gesamtbelegschaft von rund 28.000 auf 3.700 Mitarbeiter verringert.
Gleichzeitig kommt es zu einer Steigerung der Untertageleistung von 1.657 auf 3.932 Tonnen pro Mann und Schicht.
1980 bis 1987 - Weitere Rationalisierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.
1987 - Bergfest zum 140-jährigen Bestehen des Bergwerks Reden.
1988 - Der Aufsichtsrat der Saarbergwerke AG genehmigt das "Investitionsprogramm 1989 bis 1995". Wesentliche Eckpunkte sind die Stilllegung der Förderung am Standort Camphausen sowie die Schaffung eines "Verbundbergwerks Ost" mit dem Förderstandort Göttelborn durch die Zusammenlegung der Gruben Camphausen, Göttelborn und Reden.
1989 - Beginn der Umsetzung des Zusammenlegungsprogramms im Rahmen des "Drei-Standorte- Konzeptes" der Saarbergwerke AG, mit dem Reden zur Nebenanlage des neuen "Verbundbergwerks Ost" werden soll.
1995 - Das „Verbundbergwerk Ost“ nimmt den Betrieb auf. Damit geht die 148-jährige Geschichte des selbstständigen Bergwerkes Reden zu Ende. Am 29. Dezember 1995 wird die letzte Kohle am Schacht V gehoben.
1997 - Der Aufsichtsrat der Saarbergwerke AG stimmt der neuen Bergbauplanung des Vorstandes zu. Das "Drei-Standorte-Konzept" wird aufgegeben. Es wird beschlossen, die Steinkohleförderung am Standort Göttelborn/Reden Ende 2000 einzustellen.
Die Schließung folgt dem sogenannten "Kohlekompromiss" vom März 1997.
Quelle: Delf Slotta 1999