Aufführung: JEDERMANN von Hugo von Hofmannsthal
JEDERMANN von Hugo von Hofmannsthal kommt noch einmal auf den Rathausplatz in Ottweiler Open Air
Nachdem die „Spielansager“ das „geistlich Spiel“ von der „Vorladung Jedermanns“ angekündigt haben, beginnt das Vorspiel: Gott der Herr beauftragt den Tod, Jedermann vor den göttlichen Richterstuhl zu bringen, damit der Rechenschaft über sein Leben ablege. Der Hauptteil zeigt Jedermann als selbstgerechten Verwalter seines Reichtums, der dem verarmten Nachbarn und einem Schuldner Mitleid und Hilfe versagt. Da erscheinen seine Gäste: „Buhlschaft“, seine Geliebte, umgeben von Spielleuten und Freunden. Ein rauschendes Fest hebt an, doch Jedermann wird zunehmend durch geheimnisvolle Rufe verstört, bis ihn plötzlich der Tod auffordert, ihm zu folgen. Jedermann erwirkt kurzen Aufschub, um schützende Begleiter für diesen Weg zu finden, doch Freunde, Verwandte, und der ihm zuvor so ergebene Gute Gesell verweigern dies. Da lässt Jedermann seine Schatztruhe holen, damit er auch auf der letzten Strecke seines Labens nicht auf Macht und Selbstsicherheit verzichten muss. Der Truhe aber entsteigt „Mammon“ und erklärt, dass nicht das Geld Jedermanns Werkzeug ist, sondern umgekehrt Jedermann der Knecht des Geldes ist. Aller irdischer Güter beraubt, macht sich Jedermann auf den Weg zum Gericht Gottes. Die Verkörperung seiner „Werke“ bietet Geleit an, und als Jedermann seine Versäumnisse aufrichtig bereut und zum Glauben zurückfindet, führen ihn „Werke“ und „Glaube“ zum reinigenden Schuldbekenntnis. So geläutert sieht er seinem Ende entgegen. Der „Teufel“ muss erkennen, dass seine Macht hier versagt.